Pingstbötel
   
Pingsbötel im Jahr 2014

 

Ein Fest aus alter Vergangenheit ist noch heute in Kakenstorf lebendig, "Pingstbötel", in dessen Namen noch die frühere Sitte des Hammelopfers (eines Bötel) nachklingt. Anfang der 50er Jahre war es üblich, daß die Schulkinder und ihre kleineren Geschwister, in Jungen und Mädchen getrennt, ihren Pingstbötel am ersten Pfingstmorgen durch das Dorf fuhren und Gaben in Form von Geld und Eiern einsammelten. Die ältesten Jungen oder Mädchen  haben bei der Vorbereitung und Durchführung "das Sagen". Unter ihrer Anweisung wurden die Wagen geschmückt. Hierfür wird ein kleiner Handwagen ausgesucht. Die Mädchen schmücken den Wagen mit Flieder und Stiefmütterchen. Er ist offen. Der Wagen der Jungen wird mit Birkenlaub besteckt und hat oben ein Blätterdach. Der Pingsbötel ist ein vorschulpflichtiges Kind, das möglichst im kommenden Jahr eingeschult wird.

 

Frühmorgens am Pfingstsonntag wird der Pingstbötel in den Wagen gesetzt und bekommt einen mit roter Tinte eingefärbten Lappen um das Bein gewickelt. Mit dem Pingstbötel-Lied geht es von Haus zu Haus:

 

Pingstbötel, Haberkaff, Bookweitenstroh,

tauk´n Johr is´t ok noch so,

ripperipperipp, Eier in die Mütz,

oh wott is de Pingstbötel hübsch,

wüll´t em mit de Bein in de Luken haken,

morgen wüll´t wi den Pingstbötel kaken,

ein Schock Eier und´n dick Stück Speck,

makt den ganzen Pingstbötel fett.

 

Darauf folgen in der Regel weitere Lieder wie "der Mai ist gekommen" und weitere Frühlingslieder. Während des Singens sammeln die beiden ältesten Schulkinder bei den Familien ihre Gaben ein, ohne daß sie dabei zu erwähnen vergessen, daß sich der Pingstbötel das Bein gebrochen habe und die Gaben für seine Heilung bestimmt seien. Wer kann sich dieser Bitte schon verschließen.

 

Kommt es aber doch einmal vor, daß ein Haus verschlossen bleibt, singt man:

 

Rull rull rull,

dat olle Wief is dull,

witten Twiern und schwatten Twiern,

dat olle Wief dat gift nich giern.

 

Es gab damals und heute noch immer ungeschriebene Gesetze, wie weit sich jedes Kind an diesem Zug beteiligen durfte. Die Kleinen bis zum 2. / 3. Schuljahr durften nur kurze Abschnitte mitgehen und bekammen dann ihren "Lohn" ausbezahlt. Die Älteren machten die volle Runde durch das Dorf mit. Dabei wurden die erhaltenen Eier bereits in den Wochenendhäusern der Hamburger an der Este zu Geld gemacht. Am Nachmittag kam dann die große Verteilung der erhaltenen Gaben. Der Pingstbötel bekam 5 DM, bei den anderen richtete es sich nach den Einnahmen.

 

Dieser Ablauf hat sich bis heute kaum verändert, nur daß die Jungen und Mädchen inzwischen einen gemeinsamen Wagen schmücken und nur einen Pingstbötel haben. (Quelle: Kakenstorf - Ein Dorf im Wandel der Zeit)

 

Auch in diesem Jahr zu Pfingsten 2014, haben sich wieder eine ganze Reihe von Kindern zusammen gefunden und die alte Tradition weiter geführt. Wir hoffen, daß es noch viele Jahre so weiter geht.

 

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